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Jahresrückblick des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Witte

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Gäste,

beim Jahresrückblich 2019 stand das Programm für das komplette Jahr 2020. Die Referenten für die geplante Mitgliederversammlung hatten zugesagt, die Unternehmensbesichtigungen waren abgestimmt usw. Wir blickten guter Dinge mit einem großartigen Angebot für alle Mitglieder in die nahe Zukunft. Bei den ersten Nachrichten aus China über ein gefährliches Virus sahen wir relativ entspannt weg, in der Hoffnung, dass sich das Problem von alleine erledigt. Kaum einer konnte sich vorstellen, dass und vor allem wie es auch uns hier treffen könnte. Was dann kam, hat unsere Welt nachhaltig erschüttert, und die Spuren sind überall sichtbar. Tausende Menschen sind gestorben, Millionen erkrankt, und aktuell stecken wir mitten in der zweiten Welle. Die große Hoffnung, dass es keinen weiteren Lockdown geben wird, scheint zu zerplatzen. Alle Menschen reisen weniger, es wird weniger Geld ausgegeben, und das Verhalten ändert sich. Wir gewöhnen uns langsam daran, dass unsere liebgewonnenen Freiheitsrechte drastisch eingeschränkt werden. Wenn mir jemand vor einem Jahr erzählt hätte, was in 2020 so alles passiert wird, hätte ich ihn für einen weltfremden Pessimisten gehalten.

Corona hat viele Unternehmen in Existenznöte gebracht. Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen, und uns wird durch diese Pandemie vor Augen geführt, wo Schwachstellen im System sind, wie anfällig einige Bereiche sind und wo sich Gewinner und Verlierer befinden. Diejenigen, die früh in die Digitalisierung investiert haben, sind besser aufgestellt als die Unternehmen, die schon vor der Pandemie kämpfen mussten. Einige unserer Mitgliedsunternehmen trafen die Kontakteinschränkungen unverschuldet besonders hart. Die Krise löst große Unsicherheit und Stress aus. Die Veränderung der Arbeitsweise, die vielen Videokonferenzen und die fehlenden persönlichen Kontakte sind eine große Herausforderung. Zögern Sie nicht zu lange, notwendige Veränderungsprozesse zügig voranzutreiben, der Preis für passives Handeln könnte hoch sein. Als ich meinen Kollegen sagte, dass vieles nicht mehr so sein wird wie gewohnt, die Pandemie länger dauert als gedacht, und die wirtschaftlichen Folgen katastrophal werden können, bin ich auf Unverständnis gestoßen. Ich hoffe noch immer, Unrecht zu haben.

Sorgen machen mir der aktive Staat, die häufig nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Ministerpräsidenten und das Vorgehen einiger Personen, die sich möglicherweise profilieren möchten. Auch die Geschwindigkeit, in der weitreichende Entscheidungen, Verordnungen und Gesetze entstehen, hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Allerdings, auch ich habe leider keine bessere Idee, wie wir gesund und wirtschaftlich stark diese Krise überstehen. Das Drucken von immensen Mengen Geld und die Schuldenpolitik kann ich nicht mehr nachvollziehen.

Viele uns vorher bewegende Themen sind auch einfach verschwunden, und es hat auch seinen Charme, vom Homeoffice aus die Mitarbeiter auf der ganzen Welt zu steuern. Die Reisekosten reduzierten sich deutlich,, die Umwelt erholt sich, der Bedarf an größeren Wohnungen mit Arbeitszimmern für alle Familienmitglieder steigt, Büroflächen werden weniger benötigt, auch Ladenmieten sinken, die Bestellungen im Internet steigen kräftig, es gibt weniger Erkältungskrankheiten, und diese Auflistung könnte ich noch deutlich ausweiten.

Was mir aber spürbar fehlt ist der persönliche Kontakt zu Kollegen, Freunden und zu Ihnen.

In der Hoffnung nicht zu weit ausgeholt zu haben, komme ich jetzt zurück nach Langenfeld und speziell zu den Themen des Industrievereins.

Gerne verbinde ich auch den Rückblick auf das Jahr 2020 mit meinem Dank an die Mitglieder des Industrieverein-Langenfeld, die Vorstandskollegen, Referenten und Gäste, die sich trotz Corona ins Vereinsleben eingebracht haben. Mit ihrer Hilfe und der regen Teilnahme sowie Unterstützung konnten wir diesmal virtuell interessante Veranstaltungen anbieten, die von den Mitgliedern gut angenommen wurden. Im März haben wir zunächst einmal einzelne Mitglieder des Vorstandes mit Videokameras und Mikrofonen aus Lagerbeständen ausrüsten müssen, um die Vorstandsarbeit per Videokonferenz durchführen zu können. Nach dieser ersten Hürde trauten wir uns, alle Mitglieder zu einer Videokonferenz in Form eines Stammtisches einzuladen. Viele Mitglieder mussten sich dabei erstmals mit den neuen Medien beschäftigen und sind inzwischen auch durch diese Initiative zu Profis geworden. Danke an alle Unterstützer und die Geduld, wenn es mal nicht immer auf Anhieb geklappt hat.

Unser Augenmerk richtete sich primär darauf, allen Mitgliedern Informationen in dieser undurchsichtigen Lage zu vermitteln und eine Plattform zu bieten, sich auszutauschen und vor allem Informationen über Fördermittel und die aktuelle Lage in Langenfeld zu erhalten.

Ein besonderer Dank gilt unserem Bürgermeister Frank Schneider, der bei jedem virtuellen Stammtisch und bei vielen Vorstandssitzungen dabei war.  Die Informationen aus erster Hand von ihm und seinen Kollegen aus der Verwaltung waren und sind nach wie vor hilfreich. Durch fachkundige Stammtisch-Gäste wie u.a. den Fraktionsvorsitzenden der FDP, Christian Lindner, unsere Bundestagsabgeordnete Michaela Noll, unsere Landtagsabgeordnete Claudia Schlottmann, den Präsidenten der IKH Düsseldorf, Andreas Schmitz, den Präsidenten der Bitkom, Achim Berg, den Medienarzt Dr. Christoph Specht, Vertreter der Banken, der Agentur für Arbeit und meine Vorstandskollegen konnten wir wichtige Informationen breit streuen.

Die Kollegen Martin Mönikes und Jörg Wiel bereiteten aus der Vielzahl der Nachrichten alle wichtigen Informationen für Sie auf und stellten Sie auf unserer Homepage zur Verfügung. Heute können wir behaupten: Wir funktionieren auch digital.

Trotz der Nutzung digitaler n Medien bleibt der intensive Dialog mit den Verantwortlichen bei der Stadt, den Verbänden, der IHK und die hoffentlich bald wieder stattfindenden persönlichen Gespräche mit Kollegen unverzichtbar. Nach wie vor können weder neue Medien noch Künstliche Intelligenz das persönliche Gespräch ersetzen. Zumindest ist das meine aktuelle Empfindung. Wenn wir aktuelle Entwicklungen, persönliche und unternehmerische Zukunftsentscheidungentreffen und umsetzen wollen, kann es manchmal hilfreich sein, mit Branchenfremden zu diskutieren und auch intensiv darüber nachzudenken, ob das bestehende Geschäftsmodell eine Zukunft hat. Auch hier hilft der Dialog im Industrieverein Langenfeld, und sei es, um die eigene Entscheidung zu stärken. Der Vorstand berät Sie gerne.

Zum Ende: Es war für den ehrenamtlichen Vorstand gelegentlich eine Herausforderung, die jetzt im Rückblick vielen Termine zu koordinieren, die Referenten einzubinden und die Sitzungen mit den neuen Medien durchzuführen. Bei allen aktiven Kollegen und auch bei den Partnern kann ich mich daher nur ganz herzlich für die Unterstützung und immer gute Laune bedanken. Damit verbinde ich wiederholt den Wunsch, dass sich weitere Vereinsmitglieder aktiv in die Vereinsarbeit einbringen. Sprechen Sie uns einfach an, auch zur Vorbereitung auf unsere Gespräche mit Stadtverwaltung, IHK, Kreis usw. sind wir an Ihrer Meinung interessiert.

Ich möchte Ihnen im Namen des gesamten Vorstandes für die Unterstützung und Ihre aktive Teilnahme an den vielen Veranstaltungen danken und eine besinnliche Adventszeit sowie ein gesundes, frohes und gesegnetes Weihnachtsfest im Corona bedingten engen Kreise Ihrer Liebsten wünschen. Das Jahr 2021 möge Normalität zurückbringen und ich darf Ihnen, Ihren Angehörigen viel Glück und vor allem Gesundheit und Ihrem Unternehmen den gewünschten geschäftlichen Erfolg bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Gerhard Witte