November-Stammtisch des Industrievereins Langenfeld im "Berghausener Blumentopf"

November-Stammtisch des Industrievereins Langenfeld im "Berghausener Blumentopf"


Zum November-Stammtisch mit Grünkohlessen trafen sich rund 150 Vereinsmitglieder und Gäste am 14. 11. im bereits adventlich geschmückten „Berghausener Blumentopf“ von Heike und Isolde Stock. Vorsitzender Gerhard Witte bedankte sich ausdrücklich bei Heike Stock für die Fortsetzung dieser Tradition.

Nach dem Pressebericht in der Vorwoche über den Wunsch des Industrievereins, die Gewerbesteuer zu senken, warteten die Zuhörer gespannt auf eine erste Reaktion des Bürgermeisters. BM Frank Schneider kam erst am Ende seines Berichtes zur generellen Lage der Stadt auf die konkrete Forderung des Industrievereins zu sprechen.

Zunächst verwies Schneider auf die von 2009 bis 2019 rund 5.000 zusätzliche geschaffenen Arbeitsplätze und die an Vollbeschäftigung reichende Arbeitslosenquote von 4,6 % , die Langenfeld als starken Standort ausweise. „Um die Stadt attraktiv zu machen, gibt es eine Fülle von Stellschrauben, von denen die Gewerbesteuer nur eine ist“. Mit Blick auf Monheims Gewerbesteuerhebesatz von 260 Punkten behauptete Schneider „Langenfeld hat das bessere Gesamtpaket“.

Sehr transparent beschrieb Schneider die möglichen Auswirkungen der gewünschten Steuersenkung auf die Unternehmen („nur 900 von 1800 Langenfelder Betrieben zahlen überhaupt Steuer“) und die städtischen Umlagen an die oberen staatlichen Ebenen („unter 220 Punkten bleibt nichts in der Stadtkasse“).  Der 15- Millionen €-Überschuss dieses Jahres sei ein einmaliges Ereignis, dass er lieber in die in den Vorjahren dramatisch geschrumpfte Ausgleichsrücklage stecken wolle. Schneider machte dennoch Hoffnung für die Zukunft. Eine Gewerbesteuersenkung wird er vorschlagen, wenn die Steuereinnahmen nachhaltig hoch bleiben, oder, wenn er vorab Bedarf sieht. Allerdings warnte er „Beim Steuerhebesatz können wir den Wettbewerb mit Monheim nicht gewinnen“.

Beim anschließenden Grünkohl-Essen zeigten sich die meisten Gäste zufrieden. „Wir haben eher andere Sorgen, uns fehlen Grundstücke und Auszubildende“, so Unternehmer Peter Dücker. „Wichtig ist, dass wir langfristig Planungssicherheit haben“, ergänzte Beoplast-Geschäftsführer Theo Besgen. „Unsere Steuern kommen letztlich allen Langenfeldern zugute, jetzt senken und später wieder raufsetzen, wäre nicht gut“, kommentierte Tiefbauer Jürgen Thieltges. Gerhard Witte verbuchte die Zusage des Bürgermeisters, „bei weiteren Überschüssen an das Thema Gewerbesteuer ranzugehen“, als Erfolg der Initiative des Industrievereins. „Wir werden mit ihm im Gespräch bleiben“.

Text & Fotos: Martin Mönikes

 

 

Quelle: Rheinische Post, Lokalteil Langenfeld/Monheim, 17.11.2017

BM Schneider bei seiner Rede ©Martin Mönikes

Gastgeberin Heike Stock und IVL-Vorstandsmitglied Kurt Seyboldt ©Martin Mönikes

Blick in die Versammlung ©Martin Mönikes