Mitgliederversammlung 2018

Mitgliederversammlung 2018

Prof. Dr. Ulrich Lehner als Referent beim IVL; Gerhard Witte erneut zum Vorsitzenden gewählt


Fast traditionell fand die Mitgliederversammlung im Festsaal der Dückeburg statt, und einmal mehr hatte Petra Witte mit Geschick und Geschmack eine vorweihnachtliche Atmosphäre entstehen lassen.

Die angekündigte Senkung der Gewerbesteuer (von 360 auf 299 Prozentpunkte bis 2021) und eine erfreulich niedrige Arbeitslosenquote waren die Sahnehäubchen auf dem Jahresbericht von Gerhard Witte, dem Vorsitzenden des Industrievereins Langenfeld. Bei der Versammlung am Nikolaustag vor rund 90 Gästen ließ Witte das Jahr Revue passieren, er erinnerte an Infoveranstaltungen, Stammtische mit Betriebsbesuchen und eine Reise in die Start-Up-Szene Berlins. Die notwendigen Formalien waren ebenso schnell abgehandelt wie die fälligen Vorstandsneuwahlen. Gerhard Witte bleibt im inzwischen 13. Jahr Vorsitzender,  sein Stellvertreter als Vize-Vorsitzender ist jetzt Thomas Schmies (ara). Auch Schriftführer Clemens Schmees, Schatzmeister Peter Backes und die Beisitzer Dirk Abel, Michael Becher, Franz Crtalic, Klaus März und Johannes Sühs wurden einstimmig (wieder)gewählt. Gerhard Witte dankte den Vorstandsmitgliedern für die auch menschlich angenehme Zusammenarbeit und appellierte an die jüngeren Vereinsmitglieder, sich für den und im IVL zu engagieren.

Als Gast sprach Prof. Dr. Ulrich Lehner über „Möglichkeiten und Grenzen der Aufsichtsräte“. Der 72-jährige Top-Manager, Ex Henkel-Chef, Ehrenpräsident der IHK Düsseldorf, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom (bis vor wenigen Wochen auch bei Thyssen-Krupp) plädierte zunächst für die Marktwirtschaft als den Garanten einer funktionierenden Daseinsfürsorge. „Marktwirtschaft beruht auf Wettbewerb, es gibt Gewinner und Verlierer, und in einer sozialen Marktwirtschaft muss die Gesellschaft die Verlierer auffangen“.  

Lehner beschrieb den wesentlichen Unterschied zwischen der juristischen Person Aktiengesellschaft und dem Einzelhandelskaufmann, bei dem Unternehmen, Kapitalgeber und Kontrolle in einer Hand liegen. Bei der AG fallen Eigentum, Kontrolle und Unternehmen auseinander. Ein häufiger Irrtum sei z. B., dass Aktionäre glaubten, die Aufsichtsratsmitglieder seien ihre Angestellten. „Die Rechte der  Aktionäre sind auf die Hauptversammlung beschränkt“. Denn; der Vorstand führt die Gesellschaft im Interesse der AG (nicht der Aktionäre), „und die Gewinnverwendung obliegt dem Eigentümer.“

Das langjährige Mitglied vieler Aufsichts- und Verwaltungsräte (u.a. Porsche, EON, Novartis) stellte klar, dass es den Einheits-Aktionär nicht gibt, es werden unterschiedliche Ziele verfolgt, vermehrt seien aktivistische Aktionäre zu sehen, die Einfluss nehmen wollen. Auch die Abhängigkeit von Aktienkurs und Vergütungen der Aufsichtsräte sei ein Thema. Der Aufsichtsratsvorsitzende verbringe viel Zeit im Gespräch mit Investoren und sieht sich vermehrt Spezialisten gegenüber, die von den Investoren (oft Fonds) als „Stimmrechtsberater“ beschäftigt werden.  Auch in dem Zusammenhang sieht Lehner mit Sorge die Pläne, die in der Regel fünfjährige Zeit eines Vorsitzenden auf drei Jahre zu verkürzen.

Hauptaufgabe des Ratsvorsitzenden sei es nach wie vor, für den richtigen Vorstand zu sorgen, dazu gehören frühzeitige Nachfolgeregelungen und – neben den gesetzlichen Anforderungen „die passende Mischung aus den unterschiedlichen Manager-Typen“.

Lehners rheinischen Humor zeigte sein Schlusssatz, ein Zitat, das dem Bankier Abs zugeschrieben wird, in dem es um den Unterschied zwischen einem Aufsichtsrat und einer Hundehüte geht.

Text & Fotos: Martin Mönikes

 

Gerhard Witte mit Prof. Dr. Lehner

Vorstandsmitglieder mit Prof. Dr. Lehner

Blick in den Saal

Dekoration des Saals

Dekoration des Saals

Dekoration des Saals